Es gibt mitlerweile ein reichhaltiges Angebot freier Werke, welches durch die rasche Verbreitung der CreativeCommons-Lizenzen, die bereits in zahlreiche Sprachen übersetzt und an das jeweils geltende nationale Recht angepasst wurden, einen zusätzlichen Schub erhielt. Während die Geschäftsmethoden der Musikindustrie immer rüder werden - was zuletzt an den Versuchen von Sony Music, Computerbenutzer heimlich auszuspionieren, eindrucksvoll demonstriert wurde - sind immer mehr Künstler und Schaffende bereit, ihre Werke der Öffentlichkeit frei zur Verfügung zu stellen.
Fehlt nur eines: Publicity! Während kommerzielle Künstler ihre Promotion durch Labels, Musik-Magazine, MTViva und zahlreiche Radiosender mehr als ausreichend erhalten, fehlt es im Bereich der freien Musik eindeutig an Unterstützung - Klar, denn was keinen Profit abwirft, stößt in Zeiten des Hardcore-Kapitalismus und einem stetig wachsenden, allgemeinen Egoismus auf wenig Interesse.
Dabei haben viele namhafte Künstler, wie die Beastie Boys, David Byrne, Gil Gilberto, The Rapture, Le Tigre, Ricardo Villalobos, Jay Haze und viele, viele mehr, von der deutschen Musikpresse weitestgehend unbeachtet, bereits Material unter CC-Lizenzen veröffentlicht. Auf der ersten Webradio-Station des Common Culture Networks könnt ihr die Songs dieser und anderer ausgewählter Künstler seit einigen Tagen anhören. Unter http://www.common-culture.net:8000 erreicht ihr eine Liste aller Kanäle, die sich auf Sendung befinden. Ein Forum, in dem ihr über Freie Kultur diskutieren, oder Anregungen und Kritik zu Commmon Culture loswerden könnt, ist bereits unter http://forum.common-culture.net zu erreichen.
In nicht all zu ferner Zukunft wird dann auch die Webseite des Magazins mit Artikeln, Reviews und Downloads online gehen. Außerdem wird jedes Vereinsmitglied die Möglichkeit haben über ein webinterface eigene Sendungen zu erstellen und innerhalb von Projektgruppen eigene Kanäle zu betreiben. Einziges Gebot: Nur freie Werke dürfen in den Sendungen gespielt werden. Über die Suchseite von Creative Commons, Musik-Archive wie DanceIndustries oder intelligente Google-Recherchen findet man jedoch Unmengen freier Werke, so dass mitlerweile für jeden Geschmack etwas zu haben sein sollte.
Leider aber ist nicht alles Gold was glänzt - Denn auch mit vermeintlich freien Werken kann man schnell in die Rechnungstellung der Gema oder GVL aufgenommen werden, da viele Künstler nicht wissen, dass grundsätzlich alle ihre Werke von den Leistungsverwertungsgesellschaften überwacht und "verwertet" werden, sobald sie sich als Mitglied bei diesen angemeldet haben. So wurden wir bereits von der GVL aufgefordert Stücke von Rene Breitbarth aus dem Programm zu nehmen, die dieser über textone.org unter CreativeCommons-Lizenz veröffentlichte. Er wusste nicht, dass er die nötigen Rechte an all seinen Werken durch den Mitglieds-Vertrag bei der GVL an diese abgetreten hat - unabhängig davon ob diese bereits existieren, oder erst noch entstehen werden.
Doch es regt sich Widerstand gegenüber der Knebelpolitik deutscher Leistungsverwertungsgesellschaften. Schließlich soll ein Künstler wie dies in §12 des Urheberrechtsgesetzes eigentlich assoziiert wird, frei über die Art der Veröffentlichung eines jeden seiner werke entscheiden können - ohne dabei pauschal auf kommerzielle Verwertung verzichten zu müssen.
Unter dem Motto "Freiheit für Künstler" werden wir hierzu demnächst auf common-culture.net eine Datenbank für Protestwillige einrichten und Unterschriften sammeln, mit denen wir uns zunächst an die LVGs und wenn nötig später an die deutschen Gerichte wenden möchten. Solange hat jeder die Möglichkeit seinen Protest kund zu tun, in dem er eine nette Mail an den Geschäftsführer der GVL, Peter Zombik (zombik@gvl.de), schreibt.
Links zum Thema
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Common Culture Network DAS Magazin fü freie Kultur. |
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CCN Senderliste Übersicht aller aktiven Webstreams des Common Culture Networks. |
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Free Culture Das Buch von Lawrence Lessig, Vater der CC-Lizenzen, über die FreeCulture-Bewegung zum kostenlosen PDF-Download. |
Spyware Skandal: Kopierschützer sind Verbrecher? laut.de über die Kopierschutzpraktiken von Sony Music |
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