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Erhalt des Herose-Parks

Die Sachlage
Die Villa Eugen Herose...
Das Areal der ehemaligen Fabrikanlage Herosé wurde 2002 von der Stadt und der BHS (Stadt 51 %, BHS 49 % Grunderwerb) aufgekauft. Sämtliche Hochbauten der ehemaligen Fabrikanlage wurden abgerissen. Die noch intakte, 1856 erbaute Villa Eugen Herosé und das dazugehörige, gut erhaltene Dienerhaus sollen nach der derzeitigen Stadtplanung ebenfalls weichen. Der umschließende Park mit Zugang zum Rheinufer wurde einst künstlerisch und aufwendig gestaltet und befindet sich mittlerweile in einem stark verwilderten Zustand.

Die Stadt baut auf dem Areal eine Wohnanlage, die sog. "Stadt am Seerhein". Die Bauarbeiten für das erste Hofgartenhaus wurden Anfang dieses Jahres aufgenommen. Insgesamt sollen 5 Hofgartenhäuser mit hohem Mietniveau und ein Kompetenzzentrum für zukunftsweisende Technologien gebaut werden. Nachdem durch die Initiative der Bürger von Petershausen das geplante Wohngebiet auf dem Herosé-Areal um einen Wohnblock reduziert werden konnte, plant die Stadt eine kostenintensive Umgestaltung zu einem Park mit Liegewiese bei welcher der Baumbestand stark reduziert werden soll. Bereits jetzt fielen den Plänen der Stadt einige erhaltenswerte Bäume zum Opfer.

Um die Zufahrt zur Wohnanlage zu ermöglichen soll außerdem ein zweispuriger Kreisverkehr an der Reichenauerstrasse, Kreuzung Klingenbergstrasse erbaut werden, dessen Sinn mehr als fragwürdig ist. Der Park soll nach Norden und Westen geöffnet werden, wodurch die idyllische Ruhe stark gestört würde. Zwei parallel verlaufende Uferwege sollen entlang des Rheinufers entstehen.

Für den Geltungsbereich B, den Park, liegen keine detaillierten Artenkartierungen vor. Jedoch ist es ein bedeutendes Brut- und Nahrungsbiotop für verschiedene Singvögel und Fledermäuse, Füchse, Eichhörnchen, Schwäne u.a., was sich durch Experten bestätigen lässt.

Nachdem sich viele Gruppierungen bei der Stadt gegen diese Pläne ausgesprochen haben, soll am 6. Mai eine weitere Begehung des Areals erfolgen und erneut verhandelt werden ob die Gebäude Eugen Herosé Villa und das zugehörige Dienerhaus den Abriss-Baggern und Sägen zum Opfer fallen oder nicht.

Probleme
Ich liebe dieses Bild.
Die Einheit aus Herosé-Villa und Park ist das letzte Gut der Konstanzer Industriekultur aus dem 19. Jahrhundert und muss für spätere Generationen erhalten werden. Eine Bebauung des Grundstückes unter Nichtbeachtung kulturgeschichtlicher Aspekte in einer Kulturstadt wie Konstanz, grenzt an Ignoranz. Ferner darf das grüne Stadtbild nicht zum Gerücht werden, sondern muss auch tatsächlich erlebbar bleiben.

Die großen Bäume im Park sind jahrelang nicht geschnitten worden und bereits verwachsen. So bildete sich im Laufe der Zeit ein empfindliches und erhaltenswertes Biotop. Die Öffnung nach Norden und Westen würde das Rückzuggebiet der Tiere des Parks und die Ruhe im Park beträchtlich stören. Der natürliche Lebensraum vieler Pflanzen- und Tierarten würde zerstört werden.

Das empfindliche Mikroklima am See, welches immer mehr Menschen nach Konstanz lockt, darf nicht so leichtfertig gestört werden. In unseren Städten muss auch Platz für seltene Arten sein, wie zum Beispiel Fledermäuse, die man kurz nach dem Sonnenuntergang überall am Seerhein beobachten kann. Man sollte sich allerdings sputen, möchte man sie flattern sehen, denn viele Baumriesen im Herosé Park, die den Fledermäusen Obdach bieten, haben so scheint es, keinen Platz mehr in Konstanz. Welche Stadt wäre nicht stolz darauf eine derart intakte Umwelt zu haben und innovativ die Artenvielfalt innerhalb der urbanen Umgebung zu integrieren und Wege zu finden Mensch und Natur zu vereinen?

Die Konstanzer Bürger wurden in den Planungsprozess des Areals nicht ausreichend einbezogen, weswegen Abriss und Fällungsmassenahmen zurück zu halten sind. Ein so starker Eingriff in das Stadtbild sollte durch einen Bürgerentscheid legitimiert werden.

Der geplante zweispurige Kreisverkehr auf der Reichenauerstrasse, Kreuzung Klingenbergerstrasse der die Zufahrt zu den Wohnblöcken ermöglichen soll, birgt ein hohes Unfallrisiko. Es werden unnötig öffentliche Gelder verschwendet.

Alternative Nutzungsmöglichkeiten
Und auch der Hof ist wunderschön!
Das Areal eignet sich perfekt als Bürgerprojekt. Interessenten, die bereit sind Zeit und Geld zu investieren gibt es zu Genüge. Konstanz könnte eine beispielhafte Zusammenarbeit zwischen Stadt und Bürgern demonstrieren und damit ein Zeichen praktisch umgesetzter Demokratie setzen. Durch unkonventionelle Herangehensweisen bei der Gestaltung des Parks können Kosten reduziert werden.

Auch eine Nutzung für Projektarbeiten von Stundenten und gemeinnützigen Vereinen, sowie Kinderbetreuung in Spielgruppen oder als Raum für Jugendarbeit wären denkbar.

Wir fordern, dass interessierten Gruppen die nötige Zeit für eine Ausarbeitung neuer Konzepte zur Gestaltung der Gebäude und des Parks und zur Erschließung alternativer Nutzungsmöglichkeiten gegeben wird.




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